Vergessene Sitten und Gebräuche ?

FEDERNSCHLEISS´N: Der Fasching war früher der ideale Zeitpunkt für die Frauen die über das ganze Jahr gesammelten Federn zu schleissen (= die Daunen vom Kiel trennen). Die Federn der Martinsgänse waren besonders beliebt, diese wurden von den Stielen gerissen und für Kissen und Betten vorbereitet. Die Frauen trafen sich, schütteten die Federn auf den Tisch, flinke Hände zupften stundenlang, damit alle Familienmitglieder warme Betten hatten. Dabei gab es Tratsch und Klatsch, Kaffee und Kuchen kamen dabei auch nicht zu kurz und es ging immer sehr lustig zu. Die Männer kamen abends ihre Frauen abholen. Dann gab es noch was zu essen und man ließ den Abend gemütlich ausklingen. Das Ende dieser oft wochenlang dauernden Arbeit war der "Federnhahn", bei dem es dann eine Jause gab. Oftmals erlaubten sich die Kinder einen Scherz und ließen eine Katze oder eine Henne in den Raum in dem geschlissen wurde - Katastrophe vorprogrammiert!
... im Hause Strieg

 

ADVENTMARKT im Pfarrhof/Jugendheim: Bis vor einigen Jahren gab es jährlich jedes Jahr zu Weihnachten einen Adventmarkt im Pfarrhof oder Jugendheim. Verkauft wurden selbstgebastelte Artikel und Bäckerei.
Gebäck ...

 

KIRTAG: Bis 1988 war der Kirtag im Gasthaus Hammermüller. Dieses Foto zeigt die letzten "Irkenburschen" aus dem Jahre 1962.
Die letzten 3 Irkenburschen

Sie haben den Kirtag "aufgenommen" und mit der Blasmusikkapelle an den einzelnen Ortseingängen die Burschen aus den anderen Ortschaften abgeholt.
Stücklspielen vor dem GH Einblasen der Irkenburschen

Den Stecken mit den Maschen nannte man "Robisch". Der Kirtag war ein Festtag für die gesamte Bevölkerung.

Manchmal gabe es dann auch so Preise wie:

  • 1. Preis - ein Rundflug über Patzmannsdorf (mit Kurt Kubin)
  • 2. Preis - eine Kreuzfahrt am Seegraben
  • 3. Preis - Urlaub am Bauernhof mit "Graumpn und Schaufö"

Der Sieger beim Kegeln gewann ein kleines Fass von Bindermeister Franz Zinnagl ( "s´Kiritofassl")..

 

DER TROMMLER: Franz Bergdold, Nr. 128, hatte das Amt des Trommlers bis zu seinem 77. Lebensjahr in Patzmannsdorf inne. Er verkündete die Neuigkeiten, die heute per Lautsprecher durchgesagt werden. Dieses Foto entstand 1982 bei seinem letzten Rundgang durch den Ort.
"Um Zehne wean d'Hoosn vakaft!"

 

HOCHÄMTER: Hochämter zu Neujahr, Hl. Dreikönig, Ostern, Christi Himmelfahrt, Pfingsten, Fronleichnam, Oberleis, Maria Himmelfahrt, Maria Lichtmeß, Anbetungstag, Allerheiligen, Patrozinium und Weihnachten!!!

 

JOHANNISFEUER um den 24. Juni am Schloßberg. Später wurde daraus eine Sonnenwend-Feier/Feuer mit Verpflegung der Jugend!
(>Sonnenwend-Feier/Feuer aus dem Jahre 1990)

Dem Prediger Johannes feindlich gesinnte Leute gingen eines Abends aus, den grimmig gehassten Bußprediger Johannes den Täufer in der Wüste zu fangen, und verabredeten sich, wer ihn zuerst finde, solle ein Feuer anzünden, um durch dieses Zeichen die übrigen Verfolger zur Hilfe herbeizurufen. Als nun einer den verwünschten Strafprediger gefunden hatte und ein Feuer anzündete, flammten in der ganzen Gegend um und um Feuer auf, sodass sie wieder nicht wussten, wohin sie sich wenden sollten. Also wurde der heilige Johannes wunderbar gerettet. Zum frommen Gedenken dessen brennt das Volk seither die Johannisfeuer, welche auch Sunnawendfeuer genannt werden.

Mancherorts glaubt man, der heilige Johannes habe während der Taufe im Jordan eine brennende Kerze getragen. Daran erkannten ihn seine Verfolger. Als sie ihn ergreifen wollten, sahen sie plötzlich eine Menge Lichter und wurden dadurch irre geleitet. Zum Andenken daran werden die Johannisfeuer gebrannt.

Zu diesem Brauchtum gibt es viele Ürsprünge:

  • Sommerbeginn ist am 21. Juni. Drei Tage später am 24. Juni, feiert man den Tag der SONNE und der großen Sonnenwende. Zu dieser Zeit hat die Sonne ihren höchsten Stand am Himmel erreicht und scheint am längsten. Danach werden die Tage kürzer und die Nächte wieder länger. In der Nacht vom 23. zum 24. Juni werden in manchen Gegenden große Sonnenwendfeuer angezündet. Diese Feuer sollen den Sommer begrüßen. In früheren Zeiten wollten die Menschen damit die Sonne bitten, sich nicht von der Erde zurückzuziehen, und auch im Winter zu scheinen, um auf der Erde wieder alles wachsen und blühen zu lassen.

 

MARKUSPROZESSION: Die Markusprozession um den 25. April (Johannes Markus aus Jerusalem, Evangelist, Begleiter von Paulus und Petrus) bildet den "Auftakt" zu einer Reihe von Bittprozessionen im Frühling. Das zentrales Thema dieser Bittgänge ist Gott um ein gutes Gedeihen der Felder und Fluren zu bitten.